Wenn Führung nur noch Feuerwehr spielt

Wenn Führung nur noch Feuerwehr spielt

Manche Führungskräfte verbringen ihren Arbeitstag damit, Probleme zu lösen.

Die Maschine steht. Ein Mitarbeiter fällt aus. Ein Auftrag ist nicht fertig. Ein Kunde wartet. Eine Abteilung hat etwas nicht geliefert. Ein Konflikt eskaliert.

Also greift die Führungskraft ein. Sie entscheidet, organisiert, telefoniert, vermittelt und räumt auf. Am nächsten Tag geht es wieder von vorne los. Und irgendwann wird genau das als gute Führung bezeichnet.

„Auf unseren Chef ist Verlass.“

Die Wahrheit kann allerdings eine andere sein.

Vielleicht ist diese Führungskraft nicht besonders gut darin, ständig Probleme zu lösen. Vielleicht wurde sie einfach in eine Organisation gesetzt, die von ihr erwartet, ständig Probleme zu lösen. Damit wird die Führungskraft zum Feuerwehrmann gemacht. Und das Unternehmen gewöhnt sich daran.

Probleme werden nicht dort gelöst, wo sie entstehen. Entscheidungen werden nach oben gegeben. Verantwortung wandert zur Führungskraft. Mitarbeiter warten auf Anweisungen.

Und die Führungskraft rennt von Brandherd zu Brandherd.

Das Verrückte daran:

Je besser sie darin wird, Probleme persönlich aufzufangen, desto weniger fällt auf, dass die Organisation selbst nicht richtig funktioniert. Die Führungskraft wird dadurch unverzichtbar. Aber genau das sollte eigentlich kein Ziel guter Führung sein.

Denn wenn jeden Tag dieselben Probleme auftauchen und immer wieder dieselbe Führungskraft eingreifen muss, dann haben wir kein einzelnes Problem.

Dann haben wir ein Führungsproblem.

Oder besser gesagt: Wir haben ein System geschaffen, das Führung mit ständigem Eingreifen verwechselt. Führung bedeutet nicht, überall dort einzuspringen, wo es gerade brennt. Führung bedeutet, dafür zu sorgen, dass nicht ständig neue Brände entstehen.

Das ist ein großer Unterschied. Und genau hier wird es für viele Unternehmen unbequem. Denn dafür reicht es nicht, Führungskräfte auf ihre Position zu setzen und ihnen mehr Verantwortung zu geben. Führung muss gelernt, reflektiert und im Alltag gelebt werden. 


Wir beschäftigen uns nicht mit Führung auf dem Papier, sondern mit den Situationen, in denen Führung im Alltag tatsächlich schwierig wird.

Wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Führungskräfte dauerhaft Feuerwehr spielen, sondern Führung wirklich wirksam gestalten sollen, dann sprechen Sie uns an. 

In unseren Seminaren von JEHK LeanVision und dem Ingenieurbüro Klein beschäftigen wir uns mit den täglichen Herausforderungen von Führungskräften, mit Kommunikation, Konflikten, Veränderungsprozessen und der Frage, wie Führung im Alltag wirklich wirksam gestaltet werden kann.

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Für weitere Informationen oder Fragen: Ingenieurbüro Klein · JEHK LeanVision

Folge 2 – Ich bin Führungskraft – und eigentlich ständig im Mangel

„Ich bin Führungskraft – und eigentlich ständig im Mangel“

Der Tag beginnt früh.
Nicht, weil es geplant ist, sondern weil es nötig ist.

Noch bevor der eigentliche Betrieb startet, laufen im Kopf bereits die ersten Listen:
Wer ist heute da?
Wo fehlt jemand?
Welche Aufgabe bleibt wieder liegen?
Welche Zahl muss am Ende des Tages stimmen?

Die Rolle heißt Führungskraft.
Der Alltag fühlt sich oft anders an.

Viele Führungskräfte, ob im Einzelhandel, in der Produktion, im Büro oder im Handwerk sind nicht angetreten, um Menschen zu „führen“. Sie sind hineingewachsen. Aus Fachlichkeit. Aus Engagement. Aus dem Wunsch heraus, Verantwortung zu übernehmen.

Was sie selten bekommen haben: eine echte Vorbereitung auf Führung.

Stattdessen stehen sie plötzlich zwischen allen Fronten.
Mitarbeiter erwarten Orientierung, Rückhalt und Fairness.
Das Unternehmen erwartet Ergebnisse, Stabilität und Umsetzung.
Und irgendwo dazwischen liegt der eigene Anspruch, es „richtig“ zu machen.

Der Mangel ist allgegenwärtig.
Zu wenig Zeit.
Zu wenig Personal.
Zu wenig Ruhe, um nachzudenken.

Verbesserung? Ja, die soll es geben.
Am besten schnell.
Am besten messbar.
Am besten ohne zusätzlichen Aufwand.

So entsteht ein Dilemma:
Führungskräfte wissen, dass Prozesse besser laufen könnten.
Sie sehen die gleichen Probleme wie ihre Mitarbeiter.
Aber sie erleben Verbesserung oft als zusätzliche Aufgabe, nicht als Entlastung.

Also wird optimiert, wenn Luft ist.
Und Luft ist selten.

Neue Abläufe werden eingeführt, weil sie notwendig erscheinen.
Nicht immer, weil sie verstanden oder gemeinsam entwickelt wurden.
Nicht aus bösem Willen, sondern aus Zeitnot.

Das führt zu Situationen, die niemand wirklich will:
Mitarbeiter fühlen sich übergangen.
Führungskräfte fühlen sich unverstanden.
Und beide Seiten ziehen sich ein Stück zurück.

Viele Führungskräfte tragen dabei eine stille Sorge:
„Wenn ich jetzt noch mehr frage, verliere ich Kontrolle.“
„Wenn ich Dinge offen anspreche, erwarten alle Lösungen.“

Also wird entschieden, statt zu moderieren.
Gelenkt, statt entwickelt.

Nicht, weil moderne Führung unbekannt ist
sondern weil sie im Alltag schwerer umzusetzen ist als alte Muster.

Das ist die unbequeme Wahrheit:
Moderne Führung ist anstrengender als klassische.

Sie verlangt Präsenz statt Ansagen.
Dialog statt Anweisung.
Geduld statt schneller Wirkung.

Und genau daran scheitern viele gute Führungskräfte. Nicht am Willen, sondern an den Rahmenbedingungen.

Solange Führungskräfte selbst im Dauer-Mangel arbeiten,
wird Verbesserung selten als gemeinsamer Prozess erlebt,
sondern als zusätzliche Belastung.

In der nächsten Folge treffen diese beiden Welten direkt aufeinander:
die Müdigkeit der Mitarbeiter
und der Druck der Führungskraft.

Nicht im Konflikt.
Sondern im Alltag.