… sondern an Führungskräften, denen nach wenigen Wochen die Konsequenz fehlt.
Ja, das ist provokant. Aber schauen wir doch einmal ehrlich in die Unternehmen. Es wird ein großes Veränderungsprojekt gestartet. Alle werden informiert.
Es gibt Workshops, Meetings und Präsentationen. Alle sind motiviert.
Und dann?
Nach zwei Wochen hält sich der Erste nicht mehr an den neuen Standard. Nichts passiert. Eine Woche später macht es der Nächste genauso. Wieder keine Reaktion. Nach einem Monat arbeitet die halbe Abteilung wieder wie früher.
Und plötzlich heißt es:
„Die Mitarbeiter wollten die Veränderung nicht.“
Wirklich?
Oder hat die Führung einfach aufgehört zu führen? Veränderungen scheitern selten an fehlenden Konzepten. Sie scheitern daran, dass Vereinbarungen nicht eingefordert werden. Regeln gelten nur so lange, bis der erste sie ignoriert. Standards werden nur so lange eingehalten, bis es unbequem wird. Ziele werden nur so lange verfolgt, bis das Tagesgeschäft dazwischenkommt.
Genau an diesem Punkt entscheidet sich, ob Veränderung gelingt oder scheitert.
Mitarbeiter beobachten Führungskräfte sehr genau. Nicht das, was sie sagen. Sondern das, was sie akzeptieren. Wer heute eine neue Arbeitsweise einführt und morgen wieder Ausnahmen zulässt, sendet eine klare Botschaft: „Eigentlich ist es doch nicht so wichtig.“ Ab diesem Moment verliert jede Veränderung an Glaubwürdigkeit.
Konsequenz bedeutet übrigens nicht, Menschen ständig zu kontrollieren oder autoritär aufzutreten. Konsequenz bedeutet, dass Zusagen gelten. Dass Standards eingehalten werden. Dass Abweichungen angesprochen werden. Dass Entscheidungen Bestand haben. Und zwar für alle. Ohne Ausnahmen. Denn jede unbegründete Ausnahme wird von Mitarbeitern als neuer Standard verstanden. Viele Führungskräfte glauben, Konsequenz schade der Motivation. Ich erlebe in Unternehmen genau das Gegenteil. Mitarbeiter wünschen sich Orientierung. Sie möchten wissen, woran sie sind. Nichts ist frustrierender als ständig wechselnde Erwartungen oder Regeln, die heute gelten und morgen schon wieder vergessen sind. Deshalb ist Konsequenz keine Härte. Konsequenz schafft Vertrauen.
Denn Verlässlichkeit ist eine der wichtigsten Eigenschaften guter Führung. Wer Veränderungen dauerhaft etablieren möchte, braucht keine perfekten Projektpläne. Er braucht Führungskräfte, die auch dann konsequent bleiben, wenn der erste Widerstand kommt, das Tagesgeschäft drückt oder der einfachere Weg lockt. Denn Veränderung entscheidet sich nicht im Kick-off. Sie entscheidet sich an den nächsten hundert Arbeitstagen.
Wie sehen Sie das?
Scheitern Veränderungen häufiger an den Mitarbeitern oder fehlt es oft an konsequenter Führung?
Wenn Sie Führungskräfte dabei unterstützen möchten, Veränderungen nachhaltig umzusetzen und konsequent zu führen, begleiten wir Unternehmen mit praxisnahen Seminaren und Workshops.
Alle Seminare finden Sie hier:
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