Überforderung bleibt oft unerkannt

ChatGPT Image 26. Aug. 2026, 17_39_14

Nicht jede Überforderung ist offensichtlich.

Manche Mitarbeiter sprechen offen darüber, dass sie zu viel Arbeit haben oder dass sie eine Aufgabe nicht bewältigen können. Das ist die einfache Form. Schwieriger wird es bei denjenigen, die weitermachen, obwohl sie längst an ihrer Grenze angekommen sind.

Sie arbeiten länger. Sie nehmen Aufgaben mit nach Hause. Sie versuchen, alles irgendwie zu schaffen. Nach außen wirken sie engagiert und zuverlässig. Und genau deshalb bleibt ihre Überforderung oft lange unbemerkt.

Bis die Fehler zunehmen.

Bis Termine nicht mehr gehalten werden können.

Bis die Stimmung kippt.

Oder bis der Mitarbeiter irgendwann innerlich längst gekündigt hat.

Überforderung zeigt sich nicht immer durch Beschwerden. Manche Mitarbeiter werden stiller. Andere gereizter. Wieder andere kontrollieren plötzlich jede Kleinigkeit mehrfach oder verlieren den Überblick über Aufgaben, die sie früher problemlos bewältigt haben.

Das Problem ist, dass Führungskräfte solche Veränderungen häufig erst bemerken, wenn die Auswirkungen bereits deutlich sichtbar sind.

Dabei geht es nicht darum, jeden Mitarbeiter ständig zu kontrollieren oder ihm jede Aufgabe abzunehmen. Aber Führungskräfte sollten erkennen, wenn ein Mitarbeiter dauerhaft mehr trägt, als er bewältigen kann.

Und das ist oft schwieriger, als es zunächst klingt.

Denn gerade die zuverlässigen Mitarbeiter sagen häufig am spätesten, dass es zu viel wird. Sie wollen niemanden enttäuschen. Sie wollen ihre Aufgaben erledigen. Vielleicht haben sie auch gelernt, dass Überforderung als Schwäche angesehen wird.

Wenn eine Führungskraft nur darauf wartet, dass ein Mitarbeiter von sich aus sagt, dass er überfordert ist, wird sie manche Probleme zu spät erkennen.

Überforderung ist deshalb nicht immer ein individuelles Problem. Sie kann auch ein Hinweis darauf sein, dass Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Arbeitsabläufe oder Erwartungen nicht mehr zusammenpassen.

Und manchmal ist der Mitarbeiter, der scheinbar alles noch irgendwie schafft, genau derjenige, bei dem eine Führungskraft genauer hinschauen sollte.


 

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