Das Wissen der Welt wird von KI geschmeidig aufbereitet

von Prof. Dr.-Ing. Andreas Syska 

Künstliche Intelligenz verändert derzeit nicht nur die Art, wie wir arbeiten, sondern auch, wie Wissen verfügbar gemacht, verarbeitet und weitergegeben wird. Informationen, die früher mühsam recherchiert, bewertet und zusammengetragen werden mussten, stehen heute innerhalb von Sekunden zur Verfügung. Diese Entwicklung eröffnet enorme Chancen, stellt Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter jedoch gleichzeitig vor neue Herausforderungen.

Der folgende Beitrag von Andreas Syska beleuchtet diese Entwicklung aus einer interessanten Perspektive. Mit freundlicher Genehmigung des Autors veröffentlichen wir den Beitrag auf unserer Website.

 

Originalartikel von Prof. Dr.-Ing. Andreas Syska:

Das Wissen der Welt wird von KI geschmeidig aufbereitet. Wozu also noch externe Berater für die Transformation nach Lean? 

Unter anderem deshalb:

1. Fabriken sind voll mit Glaubenssätzen und Denkblockaden – was im Grunde dasselbe ist. Und diese sorgen dafür, dass eine enthusiastisch gestartete Transformation im kleinen Karo der Zwänge bleibt und deren Ergebnisse von kosmetischen Maßnahmen nicht zu unterscheiden sind. 

Der Externe kennt diese Zwänge und Blockaden nicht, und wenn, lässt er sich von ihnen nicht aufhalten. 

2. Außerdem hat er den unverstellten Blick, und zwar den eines zehnjährigen Kindes und liefert neue Sichtweisen auf das gleiche Phänomen. Er erklärt als normal empfundene Dinge als unnormal und unveränderliche Dinge als veränderbar.

3. Nicht zuletzt werden in Fabriken mehrere Sprachen gesprochen; unter anderem die des Shop Floors und die des kaufmännischen Bereichs. Zu viele Ideen vom Shop Floor sind nur deshalb nicht realisiert worden, weil es nicht gelungen ist, diese in eine für Kaufleute verständliche Sprache zu übersetzen. Die Archive der Fabriken sind voll mit diesen Fällen.

Ein guter Berater spricht diese beiden Sprachen und sorgt dafür, dass auch aus solchen Ideen reale Umsetzung wird. 

Allgemein verfügbares Wissen ersetzt den Berater nicht. Denn ein Berater löst Denkblockaden auf, hat den unverstellten Blick und spricht alle Sprachen der Fabrik – wenn er gut ist…

Ende

 

Einordnung aus der Praxis (Kommentar von Holger Epp – JEHK LeanVision)

Die zunehmende Verfügbarkeit von Wissen durch Künstliche Intelligenz wird die Arbeitswelt nachhaltig verändern. Wissen allein wird künftig immer seltener ein Wettbewerbsvorteil sein. Entscheidend wird vielmehr sein, wie Menschen und Organisationen dieses Wissen bewerten, anwenden und in konkrete Ergebnisse umsetzen.

Für Führungskräfte bedeutet dies eine Veränderung ihrer Rolle. Nicht die Antwort auf jede Frage zu kennen wird künftig entscheidend sein, sondern Orientierung zu geben, kritisches Denken zu fördern und Mitarbeiter dabei zu unterstützen, Informationen sinnvoll zu nutzen.

Auch Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Lern- und Arbeitsprozesse neu zu gestalten. Wer KI lediglich als Werkzeug zur Effizienzsteigerung betrachtet, wird ihr Potenzial nur teilweise ausschöpfen. Der eigentliche Mehrwert entsteht dort, wo Menschen und Technologie gemeinsam bessere Entscheidungen treffen, Probleme schneller lösen und Innovationen vorantreiben.

Gerade deshalb gewinnen Themen wie Selbstführung, kontinuierliches Lernen, Problemlösungskompetenz und eine wirksame Führungskultur weiter an Bedeutung. Denn auch wenn Wissen jederzeit verfügbar ist, bleibt die Verantwortung für Entscheidungen weiterhin beim Menschen.

 

Quelle und Urheberrecht

Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr.-Ing. Andreas Syska auf dieser Website veröffentlicht.

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Über den Autor:

Prof. Dr.-Ing. Andreas Syska beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Lean, Management, Organisationen und den Auswirkungen moderner Entwicklungen auf Unternehmen und Gesellschaft.

https://andreas-syska.de/